CVJM-Leipzig
Spruch des Tages
 

Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.
(Matthaeus 16:25)

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Sieben Dimensionen der Nachhaltigkeit

Globaler Ressourcenmangel, soziale und wirtschaftliche Ausbeutung und ökologischer Raubbau sind aktuelle Probleme mit großem Konfliktpotential. Sie stellen Menschen auf globaler, nationaler, institutioneller oder privater Ebene gleichermaßen vor große Herausforderungen. Verantwortungsvoller Konsum, maßvolles Wirtschaften und nachhaltige ökologische Konzepte sind nicht nur politische Schlagworte sondern notwendige Ziele des gemeinsamen Handelns.

Der CVJM in Leipzig sieht sich als sozialer Träger und als christliche Gemeinschaft diesbezüglich in direkter Verantwortung. Wir sind davon überzeugt, dass soziale Gerechtigkeit und Teilhabe sowie generationsübergreifende Verantwortung für unsere Welt auf Dauer nur umgesetzt werden können, wenn alle an der Produktion Beteiligten von unserem Konsum profitieren und dieser nicht zur anhaltenden Schädigung unserer Umwelt und ihrer Ressourcen beiträgt. In den letzten Jahren haben wir Mitarbeiter uns immer wieder mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und durften auf diesem Weg von vielen Organisationen und Initiativen lernen, vor allem von der Micha-Initiative. Wir lernen weiterhin Stück für Stück verantwortlich zu leben, in Kreisläufen zu denken und unsere Selbstbezogenheit einzuschränken. Dabei wollen wir Vorbilder und keine Miesmacher sein. Kleine Ziele, Schritte und Zeichen können auch andere zu kleinen Veränderungen im Denken und in der Lebensweise ermutigen.

Deshalb haben wir dieses Jahr unter das Thema Nachhaltigkeit gesetzt, um sowohl anhand unseres eigenen Konsums, als auch mit unseren Bildungsangeboten dazu beizutragen, dass im Einflussbereich unseres Vereins das Problembewusstsein in Bezug auf unsere Rolle als Konsumenten gestärkt wird. Wir erhoffen uns, dass dadurch mögliche Handlungsalternativen konkret deutlich werden. Wir wissen, dass es zu den Dimensionen eines ganzheitlichen Bildungsprozesses gehört, sich den Herausforderungen an einen verantwortungsvollen modernen Konsumenten bewusst zu werden und sich diesen zu stellen. Kinder, Jugendliche und Familien darauf vorzubereiten ist ein Schwerpunkt der Arbeit des CVJM in Leipzig, speziell in diesem Jahr. Es ist uns wichtig, unsere gesamten Arbeitsprozesse im Hinblick auf unsere ökologische und ökonomische  Verantwortung als Konsumenten permanent zu reflektieren und zu verbessern. Dieses Vorhaben haben wir in sieben Dimensionen verankert, die uns als Leitfaden dienen und unser bisheriges Leitbild des Vereins ergänzen:        

Dimension Fördern: In Menschen investieren statt Kapital anlegen

Wir setzen auf Persönlichkeitsentwicklung und fachliche Qualifikation. Jeder Euro, den wir in Bildungsprogramme, Beratung und Weiterbildung stecken, zahlt sich 3fach aus. Unsere Kapitalanlagen sind konservativ. Wir beobachten mit Sorge das ethische Selbstverständnis des Finanzmarktes und mancher ihrer Produkte.

Dimension Gemeinschaft: Teilen und Tauschen statt Horten und Vernichten

Wir setzen darauf, jedem Stoff eine optimale Nachnutzung zu geben. Beim Einkauf achten wir auf Qualität und Langlebigkeit statt auf Quantität und Billigware (-dienstleistung). Wir kaufen Büroartikel bei Memo, basteln mit Müll und verschenken, was wir selbst nicht mehr brauchen. Dazu haben wir eine gut genutzte Tauschkiste, eine Pinnwand für Gesuche und Angebote und fördern über www.schuhgabe.de  die CVJM-Arbeit in Togo.

Dimension Leben: Zugänge schaffen statt Ausgrenzen

Wir setzen darauf, dass für alle Menschen Barrieren abgebaut werden und Zugänge für ein gemeinsames Leben, seinen Ressourcen und Chancen möglich sind. Die Teilhabe bezieht sich auf geistige, seelische, körperliche und religiöse  Bedürfnisse. Besonders die Bedürftigen, Zuwanderer und Migranten haben unsere besondere Solidarität. Menschen.Würdig / Globalize Me!

Dimension Mobilität: Muskeln statt Motoren

Wir setzen auf eine preiswerte und ökologisch ausgerichtete Mobilität. Fahrradfahren bietet dies allen Generationen. Wir vermitteln mit unserer jährlichen Sponsorenrallye und der Teilnahme am Stadtradeln Freude und Ehrgeiz am sportlichen Radeln. Unsere Parkflächen sind Fahrradfreundlich, gerne helfen wir, Fahrräder zu reparieren. Auf gemeinsamen Reisen nutzen wir den Zug und Car-Sharing. Allgemeiner Deutscher Fahhrad-Club e.V. (ADFC)

Dimension Energie: Sonne statt Gas

Wir setzen auf Energiesparen und erneuerbare Energieträger. Wir nutzen Fernwärme als ein Abfallprodukt und erzeugen Strom mit einer 12 KW-Fotovoltaikanlage. Seit der Inbetriebnahme im Jahre 2006 haben wir damit  der Umwelt rund 80.000 Kg CO2 erspart. Leider erzeugen wir nur 2/5 unseres Strombedarfs. Unsere derzeitigen Öko-Stromlieferanten sind: 1-2-3 energie und Extraenergie.

Dimension Ernährung: Obst statt Zucker

Wir setzen auf eine ausgewogene fleischarme Vollwerternährung. Regionale und biologische Lebensmittel der Saison sensibilisieren uns, was uns wirklich gut tut. Süßigkeiten als Belohnung sehen wir immer kritischer, und freuen uns über Obst in jeder Brotbüchse. Wir kochen regelmäßig miteinander und erleben die Gemeinschaft beim Essen, ob beim zweiten Obstfrühstück, den Kochworkshops oder am Lagerfeuer. Ökolöwe

Dimension Produktion/Handel: Fairness statt Abzocke

Wir setzen darauf, dass jeder für seine Arbeit angemessen entlohnt wird. Wir reflektieren die Wertschöpfungskette importierter Produkte und setzen uns für den Mindestlohn in Deutschland ein. Wir ziehen Produkte vor, die das Siegel „Fair“ tragen, ob bei Kaffee, Schokolade oder Kleidungsstücken wie unseren Vereins-T-Shirts. Eine Welt

Diese sieben Dimensionen sollen sowohl in unserer alltäglichen Arbeit im Fokus stehen, als auch bei besonderen Aktionen und Festen die in diesem Jahr stattfinden werden. Gestartet ist das „Jahr der Nachhaltigkeit“ mit den Actiontagen "Deine Ferien.Dein Ding", bei denen 20 Kinder sich eine Woche lang mit dem Thema auseinandersetzten.

* Beschlossen vom Vorstand am 16.06.2014

Artikel im CVJM Magazin Sachsen Nr. 1/15

Artikel im Sonntag | 14.09.2014

Ab in die Kiste!

Wir sammeln! Und zwar Handys. Alle Handys die entbehrlich sind, nicht mehr genutzt werden und zuhause in irgendeiner Ecke verstauben - auch kaputte!

Seit kurzem gibt es nämlich bei uns, in userem Jugendcafé eine Sammelkiste vom Ökolöwe Umwelverbund Leipzig e.V.. Also spendet euer altes Handy und tut was gutes! Wie?

1. Wertvolle Ressourcen werden geschont.

2. Schadstoffe werden fachgerecht getrennt und entsorgt.

3. Projekte erhalten dadurch eine Spende, zum Beispiel der "Stadtgarten Connewitz".

Also gebt uns eure alten Handys - möglichst mit Akku und Ladekabel. zur Sicherheit solltet ihr eure persönlichen Daten löschen und die SIM- und Speicherkarte entfernen. Die gesammelten Handys werden dann von Ökolöwe an die Deutsche Umwelthilfe geschickt. Funktionstüchtige Geräte werden dann weiterverwendet und defekte Geräte fachgerecht zerlegt und verwertet. Die Herstellung von Handys aus neuen Rohstoffen wird so vermieden und die Nutzungsdauer verlängert.

Weitere Informationen findet ihr hier: www.oekoloewe.de/handys

Keine Coca-Cola mehr im CVJM

Seit April 2012 gibt es im Jugendcafé keine „Coke“ mehr zu kaufen. Auch von Fanta, Sprite und Bonaqua wurden nur noch Restbestände aufgebraucht. Warum?

Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Und mit der Coca-Cola Company sind wir in puncto Nachhaltigkeit überhaupt nicht zufrieden. Zwei von vielen Gründen dafür: Zum einen hat der gewaltige Wasserverbrauch der Coca-Cola-Fabriken in Indien dazu beigetragen den Grundwasserspiegel so weit abzusenken, dass die Bauern dort ihre Felder nicht mehr bewässern können1. Zum anderen arbeiten für Coca-Cola, besonders in Kolumbien, viele Menschen unter katastrophalen Umständen. Angestellte, die für bessere Bedingungen kämpfen, werden dort stark unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Die Gewerkschaft Ver.di schrieb dazu:

„Der Druck auf jene Coca-Cola-Arbeiterinnen und -arbeiter, die noch gewerkschaftlich organisiert sind, wird immer größer. Aktivistinnen und Aktivisten können ihre Wohnung nicht mehr ungeschützt verlassen und erhalten regelmäßig Morddrohungen“.3

All das wollen wir nicht länger unterstützen, und deshalb gibt es bei uns jetzt eine andere Cola zu kaufen (die übrigens den meisten Gästen sogar besser schmeckt). Quellen und weitere Hintergrund-Infos findet ihr hier:

1 -  Profit aus der Pulle, Greenpeace Magazin 5.04
[http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3123],
Water Levels Continue Dropping Sharply, India Resource Center [http://www.indiaresource.org/news/2011/1008.html]

2 -  Coke's Crimes in Colombia, Kampagne „Killer-Coke“
[http://www.killercoke.org/crimes_colombia.php]

Eine Auszeichnung für den CVJM – Stadtradeln 2012

Mit unseren 2997 geradelten Kilometern sind wir gleich auf Platz 49 bei 135 Teams gelandet. http://www.stadtradeln.de/leipzig2012.html. Das können wir 2013 sicher noch verbessern, auch wenn wir an die Großen wie die Diakonie (15356 Kilometer) nicht herankommen werden.

Da in die 3 Zählwochen die Sponsorenrallye mit immerhin 1219,2 Km gefahrenen Kilometern gefallen ist  – das entspricht einer Strecke von Leipzig bis Danzig und zurück –, haben wir nebenbei 432 kg schädliches Kohlendioxid eingespart.

Wem das Klima und ein nachhaltiger Lebensstil wichtig sind, wird interessieren, dass wir mit unserer Fotovoltaikanlage im Jahre 2011  insgesamt 12.648 kg eingespart haben!

Und am 21-23.9.2012 treffen wir uns als CVJM in Oberau unter dem Titel „Einfach die Zukunft lebenswert machen“, um weitere kleine Schritte weiter zu gehen.

PS: Bei der Sponsorenrallye haben wir mit 80 Radfahrenden den Teilnahmerekord geknackt. Mittlerweile sind über 4000,- EUR eingegangen

Aaron Büchel-Bernhardt