Schulranzenaktion

„Hurra, ich komme in die Schule!“

 

So stellen wir uns die Vorfreude der Kinder vor, wenn sie den ersten Tag in die Schule gehen.

Voller Stolz kamen die Kinder am ersten Schultag in die Wilhelm-Wander-Schule. Mit dem Ranzen auf den Rücken, Mama oder Papa an der Hand, Neugierde in den Augen und Aufregung im Herzen. Aber nicht alle Kinder haben ihren ersten Schultag so erlebt. Ein kleines Mädchen, dass nicht unsere Sprache spricht, ohne Ranzen, Mama festumklammert mit Angst in die Augen und großen Sorgen im Herzen, stand vor unserer Schultür. Keine guten Worte halfen ihr, dass Schulhaus zu betreten. Alles war fremd: Die Menschen, die Sprache, das Haus. Wir versuchten es am nächsten Tag erneut. Die Angst war ein wenig kleiner geworden. Gemeinsam mit ihrer Mama kam sie mit zu uns in die Schulsozialarbeit. Als erstes zeigte ich ihr verschiedene Ranzen, die wir aus dem Familienkreis gespendet bekommen haben. Sie durfte sich einen aussuchen und entschied sich für den rosafarbenen Ranzen mit Pferdemotiv. Im Ranzen entdeckte sie eine Federmappe und eine Sporttasche. Ohne Worte und mit ganz viel Stolz räumte sie die Federmappe mit Stiften ein, die sie in ihrem kleinen Rucksack mitgebracht hatte. Mit wenigen Worten erklärte ich der Mama, in welche Klasse ihre Tochter geht. Ganz selbstbewusst setzte das Mädchen den Ranzen auf und ging mit Mama an der Hand und der Schulsozialarbeiterin durch das Schulhaus, hin zu ihrem Klassenzimmer. Die Tränen waren versiegt – die Vorfreude hatte gewonnen.

 

In der Kürze der Zeit konnte ich keinen Sprach- und Kulturmittler an die Schule holen, der dem Mädchen helfen kann. Dafür habe ich am nächsten Tag ein Mädchen aus der 4. Klasse finden können, die sich einen Schultag lang ganz fürsorglich um da Mädchen gekümmert hat, ihr alles erklärt hat, mit ihr gelernt und gespielt hat. Jetzt kommt das Mädchen selbstständig und mit Freude im Gesicht zur Schule. Der Ranzen meiner Nichte, war der Türöffner für das Mädchen.

 

Durch weitere private Spenden haben wir nun 9 Ranzen in der Schulsozialarbeit, die wir gerne an Kinder verschenken, bei denen nicht genügend finanzielle Ressourcen da sind, um sich einen Schulranzen zu kaufen.

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